Der Boom bei den Einmalbeiträgen geht weiter - das Neugeschäft nimmt 2010 nach den ersten Zahlen einzelner Versicherer sogar noch stärker zu als im Rekordjahr 2009. Die bedeutendste Produktvariante ist dabei nicht die vielkritisierte Kapitalisierung und auch nicht die bAV, sondern die aufgeschobene Rente. Sie stellt die größte Herausforderung für die Lebensversicherer dar, denn hier ist echte Altersvorsorge und bloße Zinsspekulation nur schwer auseinanderzuhalten.
Wer heute hohe Einmalbeiträge zeichnet, betont mittlerweile - aufgeschreckt durch die öffentliche Kritik -, wie wichtig die aktive Steuerung dieses Geschäftes sei. Dabei können die Versicherer verschiedene Instrumente einsetzen, um die Risiken für ihre Bestände und ihre Kapitalanlagen durch hohe Einmalbeiträge zu begrenzen. Aber viele von diesen Steuerungsmechanismen wirken offenbar nicht stark genug. Deshalb greifen einige Versicherer mittlerweile zum schärfsten Mittel und deckeln das Gesamtvolumen an Einmalbeitragsgeschäft mit den aufgeschobenen Renten - obwohl das bedeutet, bewusst auf Neugeschäft zu verzichten. Vor allem öffentliche Versicherer, die über ihren Sparkassenvertrieb extrem hohe Einmalbeiträge zeichnen, haben diese Notbremse gezogen. Die Grundfrage ist: Wie viel Einmalbeiträge kann ich mir bei der Struktur meiner Kapitalanlagen leisten - und zwar ohne dass dieses Geschäft zu Lasten der Bestandskunden geht? ...
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